PSYCHOTHERAPIE - Zeitschrift zur Psychotherapie, Psychoanalyse & Verhaltenstherapie       ISSN 1616-3753 
PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753) - Herausgeber: Dietmar G. Luchmann, Dipl.-Psychologe & Psychotherapeut Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten
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Rat vom Arzt war Hölle
"Nach meiner ersten Panikattacke wurde ich in eine tiefenpsychologische Therapie geschickt. Da ich damals den Begriff Angst- und Panikstörung nicht kannte, bin ich brav dem Rat meines Arztes gefolgt. Um es kurz zu machen: die wöchentlichen Sitzungen waren die Hölle!..."


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  PSYCHOTHERAPIE > ICD-10

Zur DruckversionLeserbriefe
World Health Organization - WHO
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information - DIMDI

ICD-10
Internationale Klassifikation der Krankheiten
10. Revision

Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
( F00-F99 )

Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
( F10-F19 )

Dieser Abschnitt enthält eine Vielzahl von Störungen unterschiedlichen Schweregrades und mit verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern; die Gemeinsamkeit besteht im Gebrauch einer oder mehrerer psychotroper Substanzen (mit oder ohne ärztliche Verordnung). Die verursachenden Substanzen werden durch die dritte Stelle, die klinischen Erscheinungsbilder durch die vierte Stelle kodiert; diese können je nach Bedarf allen psychotropen Substanzen zugeordnet werden. Es muß aber berücksichtigt werden, daß nicht alle Kodierungen der vierten Stelle für alle Substanzen sinnvoll anzuwenden sind.

Die Identifikation der psychotropen Stoffe soll auf der Grundlage möglichst vieler Informationsquellen erfolgen, wie die eigenen Angaben des Patienten, die Analyse von Blutproben oder von anderen Körperflüssigkeiten, charakteristische körperliche oder psychische Symptome, klinische Merkmale und Verhalten sowie andere Befunde, wie die im Besitz des Patienten befindlichen Substanzen oder fremdanamnestische Angaben. Viele Betroffene nehmen mehrere Substanzarten zu sich. Die Hauptdiagnose soll möglichst nach der Substanz oder Substanzklasse verschlüsselt werden, die das gegenwärtige klinische Syndrom verursacht oder im wesentlichen dazu beigetragen hat. Zusatzdiagnosen sollen kodiert werden, wenn andere Substanzen oder Substanzklassen aufgenommen wurden und Intoxikationen (vierte Stelle .0), schädlichen Gebrauch (vierte Stelle .1), Abhängigkeit (vierte Stelle .2) und andere Störungen (vierte Stelle .3-.9) verursacht haben.

Nur wenn die Substanzaufnahme chaotisch und wahllos verläuft, oder wenn Bestandteile verschiedener Substanzen untrennbar vermischt sind, soll die Diagnose "Störung durch multiplen Substanzgebrauch (F19.-)" gestellt werden.


Exkl.:Schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen ( F55 )

Die folgenden vierten Stellen sind bei den Kategorien F10-F19 zu benutzen:
.0Akute Intoxikation [akuter Rausch]
 Ein Zustandsbild nach Aufnahme einer psychotropen Substanz mit Störungen von Bewußtseinslage, kognitiven Fähigkeiten, Wahrnehmung, Affekt und Verhalten oder anderer psychophysiologischer Funktionen und Reaktionen. Die Störungen stehen in einem direkten Zusammenhang mit den akuten pharmakologischen Wirkungen der Substanz und nehmen bis zur vollständigen Wiederherstellung mit der Zeit ab, ausgenommen in den Fällen, bei denen Gewebeschäden oder andere Komplikationen aufgetreten sind. Komplikationen können ein Trauma, Aspiration von Erbrochenem, Delir, Koma, Krampfanfälle und andere medizinische Folgen sein. Die Art dieser Komplikationen hängt von den pharmakologischen Eigenschaften der Substanz und der Aufnahmeart ab.
 Akuter Rausch bei Alkoholabhängigkeit
Pathologischer Rausch
Rausch o.n.A.
Trance und Besessenheitszustände bei Intoxikation mit psychotropen Substanzen
"Horrortrip" (Angstreise) bei halluzinogenen Substanzen

.1Schädlicher Gebrauch
 Konsum psychotroper Substanzen, der zu Gesundheitsschädigung führt. Diese kann als körperliche Störung auftreten, etwa in Form einer Hepatitis nach Selbstinjektion der Substanz oder als psychische Störung z.B. als depressive Episode durch massiven Alkoholkonsum.
 Mißbrauch psychotroper Substanzen

.2Abhängigkeitssyndrom
 Eine Gruppe von Verhaltens-, kognitiven und körperlichen Phänomenen, die sich nach wiederholtem Substanzgebrauch entwickeln. Typischerweise besteht ein starker Wunsch, die Substanz einzunehmen, Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren, und anhaltender Substanzgebrauch trotz schädlicher Folgen. Dem Substanzgebrauch wird Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben. Es entwickelt sich eine Toleranzerhöhung und manchmal ein körperliches Entzugssyndrom.

Das Abhängigkeitssyndrom kann sich auf einen einzelnen Stoff beziehen (z.B. Tabak, Alkohol oder Diazepam), auf eine Substanzgruppe (z.B. opiatähnliche Substanzen), oder auch auf ein weites Spektrum pharmakologisch unterschiedlicher Substanzen.

 Chronischer Alkoholismus
Dipsomanie
Nicht näher bezeichnete Drogensucht

.3Entzugssyndrom
 Es handelt sich um eine Gruppe von Symptomen unterschiedlicher Zusammensetzung und Schwere nach absolutem oder relativem Entzug einer psychotropen Substanz, die anhaltend konsumiert worden ist. Beginn und Verlauf des Entzugssyndroms sind zeitlich begrenzt und abhängig von der Substanzart und der Dosis, die unmittelbar vor der Beendigung oder Reduktion des Konsums verwendet worden ist. Das Entzugssyndrom kann durch symptomatische Krampfanfälle kompliziert werden.

.4Entzugssyndrom mit Delir
 Ein Zustandsbild, bei dem das Entzugssyndrom (siehe vierte Stelle .3) durch ein Delir, (siehe Kriterien für F05.-) kompliziert wird. Symptomatische Krampfanfälle können ebenfalls auftreten. Wenn organische Faktoren eine beträchtliche Rolle in der Ätiologie spielen, sollte das Zustandsbild unter F05.8 klassifiziert werden.
 Delirium tremens (alkoholbedingt)

.5Psychotische Störung
 Eine Gruppe psychotischer Phänomene, die während oder nach dem Substanzgebrauch auftreten, aber nicht durch eine akute Intoxikation erklärt werden können und auch nicht Teil eines Entzugssyndroms sind. Die Störung ist durch Halluzinationen (typischerweise akustische, oft aber auf mehr als einem Sinnesgebiet), Wahrnehmungsstörungen, Wahnideen (häufig paranoide Gedanken oder Verfolgungsideen), psychomotorische Störungen (Erregung oder Stupor) sowie abnorme Affekte gekennzeichnet, die von intensiver Angst bis zur Ekstase reichen können. Das Sensorium ist üblicherweise klar, jedoch kann das Bewußtsein bis zu einem gewissen Grad eingeschränkt sein, wobei jedoch keine ausgeprägte Verwirrtheit auftritt.
 Alkoholhalluzinose
Alkoholische Paranoia
Alkoholischer Eifersuchtswahn
Alkoholpsychose o.n.A.

 Exkl.:Durch Alkohol oder psychoaktive Substanzen bedingter Restzustand und verzögert auftretende psychotische Störung ( F10-F19 , vierte Stelle .7)

.6Amnestisches Syndrom
 Ein Syndrom, das mit einer ausgeprägten andauernden Beeinträchtigung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses einhergeht. Das Immediatgedächtnis ist gewöhnlich erhalten, und das Kurzzeitgedächtnis ist mehr gestört als das Langzeitgedächtnis. Die Störungen des Zeitgefühls und des Zeitgitters sind meist deutlich, ebenso wie die Lernschwierigkeiten. Konfabulationen können ausgeprägt sein, sind jedoch nicht in jedem Fall vorhanden. Andere kognitive Funktionen sind meist relativ gut erhalten, die amnestischen Störungen sind im Verhältnis zu anderen Beeinträchtigungen besonders ausgeprägt.
 Alkohol- oder substanzbedingte amnestische Störung
Durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingte Korsakowpsychose
Nicht näher bezeichnetes Korsakow-Syndrom

 Exkl.:Nicht alkoholbedingte(s) Korsakow-Psychose oder -Syndrom ( F04 )

.7Restzustand und verzögert auftretende psychotische Störung
 Eine Störung, bei der alkohol- oder substanzbedingte Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten, des Affektes, der Persönlichkeit oder des Verhaltens über einen Zeitraum hinaus bestehen, in dem noch eine direkte Substanzwirkung angenommen werden kann.

Der Beginn dieser Störung sollte in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Gebrauch der psychotropen Substanz stehen. Beginnt das Zustandsbild nach dem Substanzgebrauch, ist ein sicherer und genauer Nachweis notwendig, daß der Zustand auf Effekte der psychotropen Substanz zurückzuführen ist. Nachhallphänomene (Flashbacks) unterscheiden sich von einem psychotischen Zustandsbild durch ihr episodisches Auftreten, durch ihre meist kurze Dauer und das Wiederholen kürzlich erlebter alkohol- oder substanzbedingter Erlebnisse.

 Alkoholdemenz o.n.A.
Chronisches hirnorganisches Syndrom bei Alkoholismus
Demenz und andere leichtere Formen anhaltender Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten
Nachhallzustände (Flashbacks)
Posthalluzinogene Wahrnehmungsstörung
Residuale affektive Störung
Residuale Störung der Persönlichkeit und des Verhaltens
Verzögert auftretende psychotische Störung durch psychotrope Substanzen bedingt

 Exkl.:Alkohol- oder substanzbedingt:
· Korsakow-Syndrom ( F10-F19 , vierte Stelle .6)
· psychotischer Zustand ( F10-F19 , vierte Stelle .5)

.8Sonstige psychische und Verhaltensstörungen

.9Nicht näher bezeichnete psychische und Verhaltensstörung

 

         
F10.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F11.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F12.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F13.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F14.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F15.- Psychische und Verhaltensstörungen durch andere Stimulanzien, einschließlich Koffein
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F16.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F17.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F18.- Psychische und Verhaltensstörungen durch flüchtige Lösungsmittel
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

 

         
F19.- Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen
  [4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]
  Diese Kategorie ist beim Konsum von zwei oder mehr psychotropen Substanzen zu verwenden, wenn nicht entschieden werden kann, welche Substanz die Störung ausgelöst hat. Diese Kategorie ist außerdem zu verwenden, wenn nur eine oder keine der konsumierten Substanzen nicht sicher zu identifizieren oder unbekannt sind, da viele Konsumenten oft selbst nicht genau wissen, was sie einnehmen.
  Inkl.:Mißbrauch von Substanzen o.n.A.



© 1992-2000 World Health Organization (WHO) / DIMDI.
Die Erstellung erfolgte unter Verwendung der Datenträger der amtlichen ICD-10-Fassung des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Veröffentlicht durch die Weltgesundheitsorganisation unter dem Titel "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Volumes 1-3". Für Schäden, die durch Fehler bei der Herstellung bzw. Bearbeitung der amtlichen deutschsprachigen Fassung der ICD10, des ICD-10-Diagnosenthesaurus, der ICD-Überleitungstabelle haftet das DIMDI nur, soweit ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt. Es wird nur der Ersatz des unmittelbaren Schadens geschuldet.
Für PSYCHOTHERAPIE gilt der in den Nutzungsbedingungen beschriebene Haftungsausschluss. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30.12.2001.


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ICD-10 - Kapitel V: Psychische und Verhaltensstörungen

Inkl.: Störungen der psychischen Entwicklung.
Exkl.: Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind ( R00-R99 )

Dieses ICD-10-Kapitel gliedert sich in die Gruppen

F00-F09   Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen

F10-F19   Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

F20-F29   Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen

F30-F39   Affektive Störungen

F40-F48   Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen

F50-F59   Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren

F60-F69   Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

F70-F79   Intelligenzminderung

F80-F89   Entwicklungsstörungen

F90-F98   Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

F99          Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Dieses ICD-10-Kapitel enthält die Sternschlüsselnummern

F00*         Demenz bei Alzheimer-Krankheit

F02*         Demenz bei anderenorts klassifizierten Krankheiten


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