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Financial Times Deutschland, 01.08.2000, Seite 31 Flache Hierarchien und Freiheiten - ein attraktives Umfeld garantiert hohes LeistungsniveauHarter Einsatz ist Ehrensache in jungen Firmen - und Burn-out dann die üble KonsequenzEine 70-Stunden-Woche ist keine Seltenheit, hinzu kommen Schichten in der Nacht oder am Wochenende. Wer in einem Startup-Unternehmen arbeitet, kniet sich richtig rein - und droht auszubrennen, warnen Mediziner und Psychologen. Die allabendliche Erschöpfung nach der Arbeit ist damit nicht gemeint. Wer unter dem Burnout-Syndrom leidet, empfindet seinen Job nur noch als Belastung, fühlt sich bereits tagsüber schlapp und hat das Gefühl, mit immer mehr Energieaufwand immer weniger zu erreichen. "Die Betroffenen sind depressiv, ermüden schnell und vereinsamen.", beschreibt Ralf Wegner vom Zentralinstitut für Arbeitsmedizin in Hamburg die Symptome. Er warnt: "Burnout ist keine Frage des Alters. Auch 50- und 60-Jährige leisten ihre Arbeit mit Freude, gleichzeitig gehen Jüngere kaputt." Unbehandelt kann das Ausbrennen zu Depressionen, körperlichen Erkrankungen oder zur Abhängigkeit von Aufputschmitteln führen.
Gerade bei Startups verquicken sich berufliches und privates Engagement. Da die Startup-Mitarbeiter über Stock-Options zu Mitunternehmern gemacht werden, haben einige immer stärker das Gefühl, etwas für die eigene Firma tun zu müssen - auch in der Freizeit. "Wer mal zu früh von der Arbeit geht, hat bereits ein schlechtes Gewissen", beobachtet der Psychotherapeut. Eine problematische Entwicklung, denn für die Prävention spielt nach Meinung der Mediziner gerade das Gleichgewicht zwischen Berufsleben, Privatsphäre und Freizeitaktivitäten eine große Rolle. ... Wenn aber einer der drei Aspekte zu viel Raum und Zeit einnimmt, kommt es zu Störungen. Psychosomatische Leiden wie Herzprobleme, Magen- oder Darm-Beschwerden, Muskelverspannungen oder Tinnitus sind dann ernste Warnsignale. ... © 2000 Financial Times Deutschland | |||||||||