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Männer
reden ungern über Gefühle: Experten raten Frauen zu Geduld - und
Humor
Hamburg/London
(13.04.2000) - Männer brauchen nach Ansicht von Experten eine
Pause, bevor sie über Gefühle reden können.
Kommunikationsforscher raten Frauen daher zur Geduld, berichtet
die Zeitschrift "Für Sie" in ihrer neuesten Ausgabe. Männer
müssten genau zwischen Fühlen und Denken trennen und würden
daher im Gespräch erst mal schweigen. Ursache seien die
unterschiedlichen Strukturen der Nervenbahnen bei den beiden
Geschlechtern.
"Nur im weiblichen Gehirn bestehen unmittelbare neuronale
Verbindungen zwischen Gefühlszentrum und Sprachzentrum",
zitiert die Zeitschrift Untersuchungen des 1996 gestorbenen
Medizin-Nobelpreisträger George Snell. Daher falle es Männern
schwer, ihre Gefühle auszudrücken.
Die Folge: Beziehungsprobleme spielen beim starken Geschlecht kaum
eine Rolle. Eine europaweite Umfrage des belgischen Forschers Leo
Jammes hat nach Angaben der Zeitschrift ergeben, dass die
Beziehung zum Partner bei "Ihm" in einer Liste der
dringenden Lebensfragen nur auf Platz 17 landet: "Männer
haben nach eigener Einschätzung Probleme mit der Installation
neuer Software. Mit der Achillessehne. Mit dem Zündklappenventil
eines Sechszylinders. Aber nicht mit der Beziehung." Erst
wenn der Bruch der Partnerschaft drohe, vertrauten sich Männer
einem Freund an.
Ein lustiger Ausgleich: Humor wird nicht vererbt - sondern
erlernt
Was den Männern beim "Nerv für Gefühle" fehle, können
sie beim Humor ausgleichen: Denn Humor wird nicht vererbt, sondern
erlernt. Zu diesem Ergebnis sind britische Wissenschaftler bei
einem Humortest mit Zwillingen gekommen. Wie das britische
Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Nr. 2334, S. 13)
berichtet, hängt es von der Erziehung und der den Menschen
umgebenden Kultur ab, worüber er lacht.
Tim Spector und Lynn Cherkas vom St. Thomas's Hospital in London
hatten 71 eineiige Zwillinge und 56 "normale" Zwillinge
untersucht. Alle Zwillinge waren gemeinsam aufgewachsen. Unabhängig
voneinander mussten sie fünf Cartoons von Gary Larson beurteilen.
Die Zwillinge neigten dazu, die Witzigkeit der Zeichnungen jeweils
ähnlich zu bewerten. Vor allem aber konnten die Wissenschaftler
keinen Unterschied in den Reaktionen der eineiigen und der
normalen Zwillinge feststellen. Dies bedeute, dass nicht die
gemeinsamen Gene, sondern die gemeinsame Umgebung den Humor präge.
"Dies ist eine Überraschung, denn die meisten Züge der Persönlichkeit
- ob jemand ruhig oder extrovertiert ist - haben eine genetische
Komponente", sagte Spector. Dies erkläre unter anderem,
warum der Sinn für Humor zwischen den Völkern so unterschiedlich
sei.
"An dem Punkt, wo der Spaß aufhört", definierte
vormals der Kabarettist Werner Finck (1902-1978), "beginnt
der Humor". Denn "nachdem Gott die Welt erschaffen
hatte, schuf er Mann und Frau. Um das Ganze vor dem Untergang zu
bewahren, erfand er den Humor" (Guillermo Mordillo).
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