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| Frauensex ist anders: Frauen leiden häufiger unter Sex-Störungen als MännerMünchen (11.07.2000) - Frauen leiden nach Ansicht von Experten häufiger an sexuellen Funktionsstörungen als Männer. Im Gegensatz zur männlichen Impotenz seien weibliche Störungen aber bislang nur kümmerlich erforscht, sagte Diplom-Psychologe Uwe Hartmann (Hannover) am Dienstag in München. Nach einer US-Studie klagten 43 Prozent aller Frauen über chronische sexuelle Probleme.
Grundsätzlich sei dabei zwischen genereller Lustlosigkeit sowie Erregungs- oder Orgasmusstörungen zu unterscheiden. Auslöser seien in vielen Fällen Probleme mit dem Partner. "Die sexuelle Erregung ist bei Frauen eher ein mentales Ereignis", sagte Hartmann.
Zu schaffen mache vielen Frauen auch die Impotenz ihres Partners, sagte Anke Rohde, Fachärztin für Nervenheilkunde in Bonn. Fünf bis sechs Millionen Männer in Deutschland litten schätzungsweise unter Potenzproblemen. Die Frau erlebe die plötzliche Zurückhaltung des Partners als Zurückweisung. Auch hier sei es wichtig, das Thema innerhalb der Partnerschaft zur Sprache zu bringen.
Hartmann beklagte eine Tabuisierung des Problems. An der "Sprachlosigkeit" aller Betroffenen habe auch das zunehmende öffentliche Interesse an Sexthemen wenig geändert. Eine lustvolle Sexualität lasse sich durch den Abbau von Leistungsdruck und die Beseitigung von Hemmungen erreichen.
Der "grassierende sexuelle Voyeurismus in der Gesellschaft" dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die sexuelle Befindlichkeit jedes Menschen nach wie vor ihre eigene Lerngeschichte hat, betont der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Dietmar G. Luchmann (Stuttgart). Gerade Frauen haben sich häufig noch nicht aus der tradierten Geschlechterrolle lösen können. "Die eigenen Bedürfnisse auszuloten und beim Sex ihre Befriedigung einzufordern haben Frauen viel weniger gelernt als Männer." Das lasse sich jedoch auch im fortgeschrittenen Alter noch ändern, meint der Psychotherapeut. Die Geschichte von der als unabänderlich frigide geltenden Frau gehöre hingegen zu den "gängigen Märchen".
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