 |

ABARIS®
Akademie
ABARIS®
Buchtipps

Web-Sprechstunde
Zu diesen Seiten
Presse und TV
Herausgeber
Nutzungshinweise
Mit der Nutzung dieser Seiten erkennen Sie diese Nutzungsbedingungen an.
|
 |
|
|
KÄBV-Führungswechsel:
Kassenärzte wählen neuen Spitzenvertreter
Berlin
(14.01.2000) - Nach sieben Jahren steht bei den rund 120.000
deutschen Kassenärzten und Kassenpsychotherapeuten ein Führungswechsel
an. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KÄBV) wählt an
diesem Samstag in Berlin einen neuen Vorsitzenden. Bisher hat nur
der Berliner Kassenärzte-Chef Manfred Richter-Reichhelm seine
Kandidatur angekündigt. Der 57-jährige Urologe wird auch vom KÄBV-Vorstand
unterstützt.
Die außerordentliche Neuwahl wurde erforderlich, nachdem der
bisherige KÄBV-Chef Winfried Schorre Anfang Dezember 1999 aus
familiären Gründen vorzeitig zurückgetreten war. Die übrigen KÄBV-Vorstandsmitglieder
wollen im Amt bleiben. Allerdings gibt es in der Ärzteschaft Rufe
nach einem Rücktritt des gesamten Vorstandes.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KÄV) Nord-Württemberg,
Werner Baumgärtner, hat ebenfalls seit geraumer Zeit Ambitionen
auf den Chefposten. In einem von Beobachtern als beispiellos töricht
beurteilten "Spätsommertheater" scheute er sich nicht,
den damaligen KÄBV-Vorsitzenden Schorre als "politischen
Lehrling" zu verunglimpfen und die KÄBV als politisch
ernstzunehmende Institution zu beschädigen. Gleichzeitig erklärte
der Scharfmacher Baumgärtner am 08.09.1999 gegenüber der
Stuttgarter Zeitung, "Wenn ich gefragt werde, kandidiere ich
für den Bundesvorsitz und wenn ich gewählt werde, werde ich das
Amt annehmen.'' Auch die Stuttgarter Nachrichten berichteten am
22.12.1999, Baumgärtner habe gegenüber der Zeitung wiederum bestätigt,
er "will Chef der Kassenärzte Deutschlands werden". Er
knüpft eine Kandidatur bisher aber an eine Neuwahl des gesamten KÄBV-Vorstandes.
Die Ärzte Zeitung kommentierte hierzu am 20.12.1999, "Natürlich
scharrt der Volkstribun Baumgärtner aus Nordwürttemberg mit den
Hufen. Im letzten Sommer hat er schon einmal Anlauf auf Köln
genommen und ist noch vor dem Sprung als Bettvorleger
gelandet".
Trotz der durch die Budgetierung im Gesundheitswesen schwieriger
gewordenen Zeiten für die Vertragsärzte und -psychotherapeuten
gibt es unter ihnen viele Stimmen, die eine Perspektive nicht in
der Wahl eines Scharfmachers sehen, der die Konfrontation sucht,
sondern politischen Erfolg und gesellschaftliche Akzeptanz nur mit
einer Führung erwarten, die mit Weitsicht und Weisheit einen
konstruktiven Beitrag zur Reformierung des Gesundheitssystem zu
leisten vermag.
Richter-Reichhelm, der am 22. Februar 1942 in Krefeld geboren
wurde, arbeitet seit 1974 als niedergelassener Urologe in Berlin.
Daneben engagierte er sich seit Anfang der 80er Jahre auch in der
ärztlichen Standespolitik. Der Berliner KÄV-Vorsitzende gilt in
der zerstrittenen Vertragsärzteschaft als integrierende Kraft mit
Realitätssinn.
Im Streit um die Gesundheitspolitik hat Richter-Reichhelm für
dieses Jahr scharfe Proteste der Vertragsbehandler der
Krankenkassen gegen die anhaltende Ausgabenbegrenzung angekündigt.
Dabei schließt er auch lokal begrenzte Streiks nicht aus.
Zugleich hat er aber der rot-grünen Regierung und allen Parteien
Gespräche angeboten. Die KÄBV ist die Spitzenorganisation der 23
Kassenärztlichen Vereinigungen, in denen jeder Kassenarzt und
Kassenpsychotherapeut Pflichtmitglied ist.
Zum
Thema
Monats-Übersicht
Psychotherapie Reports
2000 (1): 11 10 09 08 07 06 05 04 03 02 01*
*Jahr
(Jahrgang): Monat
|
|
 |
 |