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Ursache
für Arthritis und andere Autoimmunkrankheiten entdeckt: Stress
und Umweltgifte können Krankheit triggern
New
York (01.02.2000) - US-Forscher sind der Ursache von Arthritis und
anderen Autoimmunkrankheiten dicht auf der Spur. "Wir haben
den Beweis gefunden, dass sich das Immunsystem täuschen lässt",
berichtet Mark Soloski von der Johns Hopkins Universität in
Baltimore in der Februar-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins
"Nature Medicine". "Autoimmunkrankheiten werden
offenbar durch einen winzigen Fehler ausgelöst." Bei
Versuchen mit Salmonellen entdeckten die Forscher, dass bestimmte
Immunsystemzellen bei der Abwehr der Salmonella-Erreger
versehentlich auch gesunde Körperzellen attackieren. Ursache sei,
dass die gesunden Zellen ein Molekül auf ihrer Oberfläche
tragen, das große Ähnlichkeit mit einem bakteriellen Eiweißstoff
hat.
Solche Versehen passierten vor allem dann, wenn das Immunsystem
besonders beansprucht sei, entweder durch Strahlen, Umweltgifte
oder körpereigene Stress-Signale, erläuterte Soloski. Sein Team
konzentrierte sich auf Salmonellen, weil etwa zehn Prozent aller
Patienten mit einer Salmonellen-Vergiftung auch an Arthritis
(Gelenkentzündung) erkranken. Einige von ihnen entwickeln sogar
eine schwere, dauerhafte Form von Arthritis.
Wenn Salmonellen in Körperzellen eindringen, signalisieren diese
dem Immunsystem, dass sie krank sind, erläutert Soloski. Dafür
stellen die Zellen ein Molekül des bakteriellen Erregers auf
ihrer Oberfläche zur Schau. Bakterien bekämpfende Immunzellen
wie zytotoxische Lymphozyten (CTL) erkennen das Signal und leiten
den Tod der von Salmonella befallenen Zelle ein. Den gleichen
Vorgang beobachteten die Forscher als Reaktion auf
Borellia-Bakterien, den von Zecken übertragenen Auslösern der
Lyme-Krankheit.
Ebenso leiteten die CTL-Immunzellen aber auch den Tod von Zellen
ein, wenn diese statt eines bakteriellen ein eigenes Molekül auf
der Zelloberfläche zur Schau stellten. Bei ihm handelt es sich um
ein "Housekeeping"-Molekül, das der Zelle hilft, ihre
Form zu bewahren. In der Studie von Soloski verwechselten
gestresste CTL-Immunzellen das "Housekeeping"-Molekül häufig
mit dem Warnhinweis auf eine bakterielle Invasion und zerstörten
die gesunde Zelle.
Die Verminderung von Stress-Reaktionen durch geeignete
psychotherapeutische Interventionen vermag solchen Erkrankungen
vorzubeugen bzw. deren Fortschreiten zu verhindern oder zumindest
zu verlangsamen.
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