"Bedenklicher"
Medien-Konsum: Jedes fünfte Kind in Sachsen ist sprachgestört
Dresden
(03.02.2000) - Jedes fünfte Kind in Sachsen hat Sprachprobleme.
Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums vom Mittwoch
hat die Zahl der Kindergartenkinder mit Sprachstörungen in den
vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Wiesen bei Untersuchungen
zur Einschulung 1994/95 rund 16 Prozent aller Schulanfänger eine
nicht altersgerechte Sprachentwicklung auf, so waren es im
vergangenen Schuljahr bereits 21 Prozent.
Als eine mögliche Ursachen für diese nach Einschätzung des
Ministeriums "bedenkliche" Entwicklung sehen die Ärzte
im wachsenden Medienkonsum der Kinder, bei dem aktives Sprechen
vernachlässigt werde sowie in der abnehmenden verbalen
Kommunikation in den Familien. So würden Vorlesen, Geschichten
erzählen oder Gedichte und Reime aufsagen schon bei kleineren
Kindern zu Gunsten von Fernsehen, Musikhören und Computer spielen
in den Hintergrund treten.
Um frühzeitig Sprachstörungen zu erkennen und behandeln zu können,
soll ab Februar 2000 eine Therapie mit 1.000 vierjährigen Mädchen
und Jungen in Chemnitzer Kindergärten getestet werden. Dabei überprüfen
Ärzte, Logopäden und Psychologen die Sprachentwicklung der
Kleinen und bieten bei Auffälligkeiten Behandlungen an. Die
Studie wird im Auftrag des Ministeriums vom
Audiologisch-Phoniatrischen Zentrum Chemnitz durchgeführt.