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 Psychotherapie News  Februar 2000   Psychotherapie
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Doppelter Kopfschmerz: Schmerzforscher plädieren für Monopräparate

Kiel (12.02.2000) - Bei Patienten, die trotz regelmäßiger Einnahme von Schmerzmitteln unter Kopfweh leiden, kann die falsche oder die zu häufig eingenommene Arznei Ursache für den Dauerschmerz sein. Der Kieler Schmerzforscher Prof. Hartmut Göbel, der sich seit Jahren mit dem Bekämpfen der Kopfschmerzen befasst, hat aus aktuellen Krankenkassendaten berechnet, dass jährlich bundesweit 30.000 Menschen stationär wegen medikamenteninduzierten Kopfschmerzen behandelt werden.

"Das spezielle Wissen in der Bevölkerung über dieses Problem ist gering", sagte Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik Kiel. Vor allem Werbung und Bekannte seien die Ratgeber der Betroffenen. 54 Millionen Deutsche litten unter einer der 165 Kopfschmerzformen. 3,4 Milliarden Einzeldosen an Schmerzmittel würden pro Jahr in Deutschland verbraucht.

Die dauerhafte Einnahme ungünstig zusammengesetzter Medikamente könne sehr schnell dazu führen, dass der Körper zur Gegenregulation die Schmerzempfindlichkeit immer mehr steigere. Werde das Mischpräparat dann nicht mehr eingenommen, reagierten die Nerven ohne andere Schmerzursache von sich aus so empfindlich auf alles, dass der Patient oft innerhalb weniger Stunden die nächste Schmerztablette einnehme. Dieser Dauereinsatz könne zudem Magen, Leber und Nieren schädigen. Sinnvoll zum Abbau des Kopfschmerzes seien vor allem Mittel mit nur einem Wirkstoff.

Ein Schmerzmittel sollte nach den Erfahrungen der Schmerzklinik Kiel maximal an zehn Tagen im Monat genommen werden. "Der Körper regelt die Schmerzempfindlichkeit dann nicht selbstständig hoch", lautet die "Kieler Regel", wie Göbel sie nennt. In der Schmerzklinik können Patienten eine kontrollierte Medikamentenpause einlegen, um die überhöhte Schmerzempfindlichkeit wieder zu normalisieren. Erst wenn der medikamenteninduzierte Dauerschmerz therapiert worden sei, könne der eigentliche Schmerz bekämpft werden.


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