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 Psychotherapie News  April 2000   Psychotherapie
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Schlaflosigkeit: Bei 21 bis 37 Prozent der Kinder nach zu viel Fernsehen, bei 8 Prozent der Jugendlichen durch Internet-Sucht

Neu-Isenburg/Weinheim (04.04.2000) - Zu langes und zu spätes Fernsehgucken ist ein Hauptgrund für Schlafstörungen bei Kindern. Das berichtet der Chef der Kinderklinik Köln-Porz, Alfred Wiater, mit Blick auf eine amerikanische und eine Freiburger Studie zum Schlafverhalten von Kindergarten- und Schulkindern am Montag in der "Ärzte-Zeitung" (Neu- Isenburg). Während die Freiburger Untersuchung mit 1.000 Kindern bei 21 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen eine deutliche Schlafstörung dokumentierte, lag diese Quote bei der jüngst veröffentlichten US-Studie mit 500 Kindern sogar bei 37 Prozent (Dev. Behav. Pediatr. 1, S. 27).

Vor allem intensives Fernsehgucken, aber auch Störungen in der Umgebung oder ein unregelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus ohne feste Einschlafzeiten sind nach Einschätzung Wiaters die Hauptgründe für die nächtlichen Querelen. Etwa 15 Prozent der Fünf- bis Zwölfjährigen seien Schlafwandler, fünf Prozent litten an Albträumen. "Ganz gleich, ob die Prävalenz nun bei 21 oder bei 37 Prozent liegt - die Zahlen sind einfach zu hoch. Die Problematik von Schlafstörungen bei Kindern in Deutschland hat noch nicht den nötigen Stellenwert", kritisierte der Schlafmediziner.

Onlinesucht: Jugendliche sind besonders gefährdet

Drei Prozent aller Deutschen sind süchtig nach dem Internet, und besonders gefährdet sind Jugendliche. Das berichtet die in Weinheim erscheinende Zeitschrift "Psychologie Heute" unter Berufung auf eine Studie des Instituts für Pädagogische Psychologie an der Humboldt-Universität in Berlin, an der sich 7.000 deutsche Internetnutzer beteiligten. Vor allem Jugendliche unter 18 Jahren neigen demnach zum ausufernden Surfen, Chatten und Spielen. Acht Prozent von ihnen seien süchtig nach dem Web, so die Forscher. Im Alter bis zu 30 Jahren seien vor allem Männer abhängig, danach eher Frauen.

Nach der Definition der Wissenschaftler verbringt der typische "Online-Junkie" einen Großteil seiner Tageszeit im Internet, er verliert völlig die Kontrolle über die Zeit, und er steigert seine tägliche "Dosis". Er hat Entzugserscheinungen wie Nervosität und Schlaflosigkeit, wenn er nicht online ist, und er vernachlässigt seine bisherigen sozialen Kontakte und Interessen. Dass die Quote so hoch sei, habe selbst die beteiligten Wissenschaftler überrascht, so "Psychologie Heute".


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