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Wo
Qualm aufsteigt, bleibt nur Asche drin: Wer im Alter raucht, baut
seinen Grips schneller ab
London/Hamm/Marburg/Bethesda
(19.04.2000) - Wer im Alter nicht vom Glimmstängel lässt, tut
nicht nur seiner Lunge, sondern auch seinen grauen Zellen keinen
Gefallen. Einen solchen Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und
dem Abbau der geistigen Fähigkeiten legt zumindest eine britische
Studie nahe, die in der jüngsten Ausgabe des "Journal of
Neurology Neurosurgery and Psychiatry" veröffentlicht wird.
Dabei untersuchten Forscher vom Institute of Psychiatry in London
eine Gruppe von mehr als 650 Senioren über 65 Jahren auf ihre
Trink- und Rauchgewohnheiten. Auch andere Aspekte wie der
allgemeine Gesundheitszustand, eine mögliche Altersdepression
oder Bildungsstand wurden berücksichtigt. Die Probanden
absolvierten dann einen Intelligenztest, wie er auch mit Demenz-
oder Alzheimer-Patienten gemacht wird.
Nach einem Jahr wurde der Test bei 417 Personen wiederholt. Das
Ergebnis - unter Berücksichtigung der Nebenfaktoren: Bei Rauchern
sei vier Mal so häufig ein "deutlicher Rückgang" der
geistigen Fähigkeiten festzustellen gewesen wie bei Nicht- oder
Ex-Rauchern, bilanzierten die Wissenschaftler. Rauchen trage zu
Gefäßkrankheiten und Arterienverkalkung bei, erläutern die
Forscher. Harte und verengte Blutgefäße wiederum behinderten den
Blutfluss im gesamten Körper - auch den im Gehirn.
Langzeitstudie: Extremes Krebsrisiko beim Zigarren-Rauchen
Wer nun meint, mit der Zigarre weniger gefährlich
"genießen" zu können als mit der Zigarette, hat sich
eine Abkürzung zum Krematorium gewählt. Dem Mythos von der
"harmlosen Zigarre" begegnet eine Langzeitstudie aus den
USA: Das Risiko, an Krebs zu erkranken, sei bei Zigarrenrauchern
viel höher als bisher angenommen, teilte die Deutsche Hauptstelle
gegen die Suchtgefahren am 30. März 2000 in Hamm mit.
Die Studie, an der 7.800 Zigarrenraucher über zwölf Jahre
teilgenommen hatten, habe eine fünffach höhere
Krebssterblichkeit im Vergleich zu Nichtrauchern gezeigt. Das
Krebsrisiko könne sich je nach Anzahl der gerauchten Zigarren und
der Rauchtechnik bis auf das Elffache erhöhen. Zu den Arten der
Krebserkrankungen zählten Lungen-, Mundraum-, Kehlkopf-,
Bauchspeicheldrüsen- und Blasenkrebs.
Wirklicher Zigarren-Genuss, so meinen humorige Experten, könne
allenfalls bei der Monika-Lewinsky-Anwendung erwartet werden.*
Auch dies gelte freilich nur so lange, wie die bei Rauchern
vermehrt ausfallenden Zähne die Gespielin für das Zigarrendrehen
noch nicht abschrecken.
Raucher mit Zahn-Problemen
Raucher nämlich haben ein höheres Risiko, Zähne zu verlieren -
und zwar durch entzündliche Erkrankungen des Zahnhalteapparats,
die so genannte Parodontitis. Ein Grund dafür ist, dass sich die
Knochen der Raucher deutlich stärker als die von Nichtrauchern
abbauen, so das Kuratorium perfekter Zahnersatz in Marburg. Hinzu
komme, dass die Heilungsfähigkeit des Zahnfleischgewebes durch
Nikotin eingeschränkt sei. Am besten sei es, auf das Rauchen zu
verzichten - zumindest aber sei regelmäßige Zahnpflege ratsam.
Raucher brechen sich häufiger das Bein
Die Zahnpflege kann Raucher allerdings nicht davor bewahren, sich
auf dem Weg zum Krematorium auch noch das Bein zu brechen. Raucher
erleiden nachweislich häufiger Knochenbrüche, Prellungen,
Verstauchungen oder andere Körperverletzungen als Nichtraucher.
Eine Studie an 2.002 US-Soldaten ergab, dass sowohl männliche wie
auch weibliche Raucher beim Sport eineinhalb Mal so oft
verunglücken wie Nichtraucher. Das Ergebnis wurde am 16.
März.2000 in der April-Ausgabe des "American Journal of
Preventive Medicine" veröffentlicht.
"Soldaten und andere brauchen keine zehn bis 30 Jahre auf
Herzprobleme oder Krebs zu warten, um die Auswirkungen des
Rauchens zu spüren", stellte einer der Studienautoren, John
Gardner von der Universität der Gesundheitswissenschaften für
den Militärdienst in Bethesda (Maryland) fest. Die erhöhte
Verletzungsgefahr setzte mit ihrem Griff zur Zigarette ein und
hielt auch dann noch an, wenn die Soldaten bereits dem
Glimmstängel entsagt hatten.
Aus vielen anderen Studien ist bekannt, dass Wunden,
Operationsnarben und verschiedene Krankheiten bei Rauchern
langsamer verheilen als bei Nichtrauchern: Wo Asche entsteht, das
Leben vergeht.
* Der Starr-Report berichtete über die Aussage der Praktikantin
Monika Lewinsky, US-Präsident Bill Clinton habe bei seinen
"Experimenten" mit ihr eine edle Zigarre zu ihrer
vaginalen Stimulation benutzt.
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