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Stotterer
sollen Angst und Scham verlieren: Infotour der Bundesvereinigung
Stotterer-Selbsthilfe
Köln
(01.05.2000) - "Solange Stottern in unserer Gesellschaft
tabuisiert wird, kann es keine Akzeptanz dieser Behinderung
geben." Ruth Heap, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung
Stotterer-Selbsthilfe e.V., bemüht sich seit acht Jahren um mehr
Aufklärung bei der Stotter-Problematik und stößt dabei immer
wieder auf die gleichen Vorurteile. "Wenn Eltern merken, dass
ihre Kinder beim Sprechen hängen bleiben, beginnt oft schon die
Angst vor Ausgrenzung", erklärt die Diplom-Pädagogin. Eine
falsche Bewertung der Situation von Ärzten, Erziehern und Lehrern
fördere die Unsicherheit zusätzlich. Schamgefühle und
Selbstvorwürfe seien die Folge.
Ein Prozent der Bevölkerung weltweit leide unter dem körperlichen
Defekt. Viele Kinder erleben laut Heap im Alter zwischen zwei und
sechs Jahren eine natürliche Sprachunflüssigkeit. Bei rund fünf
Prozent bleibe das "Problem". "Eine Therapie kann
in jedem Alter begonnen werden und führt immer zu einer
Besserung", erläuterte Heap. "Wenn Kinder und Eltern
begreifen, dass es sich beim Stottern nicht um Selbstverschulden
dreht, fällt der erste Schritt viel leichter".
Die Stotterer-Selbsthilfe hält ein bundesweites Verzeichnis
speziell geschulter Therapeuten bereit. Um die Aufklärung über
das Stottern voranzutreiben, startet die Bundesvereinigung am
Dienstag von Köln aus mit einem feuerroten Doppeldecker-Bus zu
einer Infotour durch Norddeutschland. Thematisiert wird vor allem
das Problem "Stottern und Schule". "Die Schule ist
immer der erste Ort der Benachteiligung oder gar
Diskriminierung", sagte Heap. Der Verein hat rund 1.200
Mitglieder. "Das ist viel zu wenig. In Deutschland gibt es
800.000 Betroffene."
Ansprechpartner: Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V.,
Tel. (0221) 1391106 und 07.
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