 |

ABARIS®
Akademie
ABARIS®
Buchtipps

Web-Sprechstunde
Zu diesen Seiten
Presse und TV
Herausgeber
Nutzungshinweise
Mit der Nutzung dieser Seiten erkennen Sie diese Nutzungsbedingungen an.
|
 |
|
|
Wenn
Sprache nicht mehr zu manipulieren vermag: Menschen ohne
Sprachverständnis entlarven Lügner leichter
London
(10.05.2000) - Menschen, die gesprochene Sprache nicht verstehen,
können einer US-Studie zufolge eine Lüge besser erkennen als
Gesunde. Bei Aphasikern ist auf Grund einer Verletzung oder
Krankheit das Sprachzentrum auf der linken Hirnhälfte gestört.
Diese Patienten können oftmals noch einzelne Worte hören, einen
Satzzusammenhang aber häufig nicht mehr erkennen.
Die Vermutung, dass solche Menschen Informationen über einen
Gesprächspartner in besonders effizienter Weise aus der Mimik
herauslesen, konnten jetzt Nancy Etcoff vom Massachusetts General
Hospital East in Charlestown und Mitarbeiter bestätigen.
In einem kleinen Test spielten die Wissenschaftler zehn Aphasikern
und mehreren Kontrollgruppen Videofilme vor. In den Filmen kommen
Menschen zu Wort, die versuchen, eine starke seelische Belastung
zu verbergen. In 60 Prozent der Fälle erkannten die Aphasiker,
dass ihnen etwas vorgemacht wurde. Die Kontrollgruppen dagegen
lagen mit ihren Meinungen im Zufallsbereich von knapp unter 50
Prozent.
"Unser Ergebnis bestätigt den bisher nicht getesteten
Verdacht, dass aphasische Patienten auf Täuschungen ungewöhnlich
sensibel reagieren", schreiben die Wissenschaftler im
britischen Fachmagazin "Nature" (Bd. 405, S. 139) vom
Donnerstag. "Vermutlich führt der Ausfall des
Sprachverständnisses zur Ausbildung kompensatorischer
Fähigkeiten zur Erkennung nicht-verbalen Verhaltens."
Diese Fähigkeit könnte auch psychotherapeutisch tätigen
Psychiatern und Neurologen helfen, die die Honorierung durch die
Kassenärztlichen Vereinigungen (KÄVen) inzwischen als nicht mehr
kostendeckend ansehen und entsprechende Patienten nicht mehr
behandeln oder in die für die Krankenversicherungen teureren
Kliniken schicken. Für sie könnte es ein interessanter Gedanke
sein, zum nächsten KÄV-Gespräch einen ihrer aphasischen
Patienten mitzunehmen. Wenn die KÄV-Funktionäre wieder einmal
salbungsvoll um Verständnis für die schwierige Finanzsituation
werben, könnte der Aphasiker seinem Arzt signalisieren:
"Merken Sie nicht, dass sie gerade köstlich verarscht
werden, Doc?"
Zum
Thema
Monats-Übersicht
Psychotherapie Reports
2000 (1): 11 10 09 08 07 06 05 04 03 02 01*
*Jahr
(Jahrgang): Monat
|
|
 |
 |