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Durch
befreites Lachen den Arztbesuch sparen: Natürlich auch auf dem
deutschen Psychotherapie-Server
Berlin
(01.06.2000) - "Als Erstes möchte ich Sie bitten, Ihre
Hosenknöpfe aufzumachen." Lachen und Atmen brauchen Platz im
Bauch, sagt die "Lach-Trainerin" Heidemarie Wahl auf dem
"Gesundheitstag 2000" in Berlin. "Acht Mal Lachen
am Tag genügt, um alle Ärzte arbeitslos zu machen."
Heidemarie Wahl lachte bei ihrem Auftritt dem Publikum gleich
kräftig etwas vor, was manchmal ein bisschen aufgesetzt klang.
"Das ist ja hier wie im Kindergarten", meinte eine
ältere Kongressteilnehmerin indigniert zu ihrer Nachbarin.
In 500 Vorträgen und Workshops werden auf dem
"Gesundheitstag 2000" noch bis Sonntag Alternativen zum
herrschenden Gesundheitssystem der Bundesrepublik gesucht, das den
Teilnehmern viel zu sehr vom Kommerz und Leistungsdruck geprägt
erscheint. Die Idee zum Gesundheitstag knüpft an an die großen
Veranstaltungen gleichen Namens Anfang der 80er Jahre in Berlin
und Hamburg, die dann aber irgendwie 1987 in Kassel versandete.
Diesmal werden 3.000 Interessenten erwartet.
Damals schon dabei war Ellis Huber, der frühere und langjährige
Präsident der Berliner Ärztekammer. Er leitet auf dem Berliner
Gesundheitstag ein "Gesundheitsparlament", das das
Konzept eines verbesserten lokalen Gesundheitswesens diskutieren
will. Er hat auch gleich ein Beispiel parat: "Allergien
nehmen zu, weil die Leute nicht wissen, wie man Wohnungen lüftet.
Darauf kann man mit Allergietests und Medikamenten reagieren oder
mit der Vermittlung von Wissen in der Schule, warum
Wohnungslüften wichtig ist." Die Luft zum Atmen wird dann
einfach besser.
"Es ist der Körper, der das Seelische und Geistige zum
Gleichgewicht ergänzt", meditiert die große alte Dame der
Atemtherapie, die Berlinerin Ilse Middendorf. Unter ihrer
Anleitung absolviert das Publikum gleich ein paar Streckübungen.
"Das können Sie morgens vor dem Kaffeetrinken machen."
In Ergänzung zum Individuellen hat die Gesundheitsforscherin
Ilona Kickbusch von der Yale University (USA) die großen
Perspektiven im Blick. "Gesundheit und Wohlstand bedingen
sich gegenseitig." Deshalb würden Armut und
Infektionskrankheiten in der Dritten Welt die Entwicklung hemmen.
"Gesundheit wird gemacht und wir alle sind daran
beteiligt", lautet ihr Credo.
"Bedenken wir stets, dass wir selbst entscheiden können, ob
wir ärgerlich oder belustigt sein wollen, so gibt es wenig
Gründe, uns schlechte Gefühle zu verschaffen", sagt Dietmar
G. Luchmann, Psychotherapeut in Stuttgart. Der französische
Theaterschriftsteller Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
(1732-1799) gestand einmal: "Ich beeile mich, über alles zu
lachen, um nicht gezwungen zu sein, darüber zu weinen." Das
Leben ist in der Tat sehr suboptimal, ergänzt der Psychologe
Luchmann. "Das wirkliche Problem ist, dass unsere moderne
Gesellschaft so wenig lehrt, auch die positiven Seiten an unserer
Unvollkommenheit zu erkennen."
Auch die Industriestaaten haben bekanntlich Probleme. "Ich
kenne Leute, die wollen Selbstmord machen, wenn sie in den USA
ernsthaft krank werden", sagt der amerikanische
Computerkritiker Josef Weizenbaum. Die horrenden Behandlungskosten
würden selbst Reiche arm machen; der frühere Präsident Ronald
Reagan, der an Alzheimer leide, habe seine große Farm verkaufen
müssen.
Darum lachen Sie mehr: "Lachen ist die beste Kosmetik fürs
Äußere und die beste Medizin fürs Innere," schrieb der
belgische Schriftsteller Phil Bosmans. "Das Lachen ist eine
der ernstesten menschlichen Angelegenheiten", stellte Wilhelm
Raabe (1831-1910) fest.
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