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 Psychotherapie News  Juni 2000   Psychotherapie
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Zahl hyperaktiver Kinder wächst mit schulischem Druck - Warnung vor esoterischen Therapien

Bad Orb (16.06.2000) - Die Zahl hyperaktiver Kinder in Deutschland steigt nach Ansicht des Psychologen Friedrich Voigt mit zunehmendem schulischen Druck. Die Kinder bekämen zu wenig "Schonraum" und seien gerade in weiterführenden Schulen hohen Belastungen ausgesetzt, sagte der Fachmann vom Münchner Kinderzentrum am Samstag in Bad Orb. Hyperaktive Schüler, die herum zappelten und sich schlecht konzentrieren könnten, dürften jedoch nicht vorschnell abgestempelt werden.

Lehrer klagten oft, in ihren Klassen seien bis zu zehn Prozent "Zappelphilippe", sagte Voigt. Insgesamt sind nach seinen Recherchen zwei bis drei Prozent der Kinder in Deutschland hyperaktiv und litten an so genannten Teilleistungsstörungen.

Der Münchner Psychologe und Psychotherapeut warnte vor esoterischen Therapien, mit denen diese Patienten einfach wieder "repariert" werden sollten. Die Ursachen der Störungen seien oft sehr kompliziert. Sie könnten nur gemeinsam mit den Eltern in den Griff bekommen werden.

Nach Darstellung der Psychotherapeutin Erika Tittmann aus Lörrach fehlt bei hyperaktiven Kindern eine "Bremse" im Gehirn, um die Aktivität und den Bewegungsdrang zu hemmen. Diese Kinder könnten ihre Aufmerksamkeit zudem nicht nur auf einen Reiz lenken wie etwa auf den Lehrer in der Schulklasse. Für die Eltern sei es am wichtigsten, dass sie ruhig und sachlich reagierten, wenn ihre Kinder ausrasteten, riet Tittmann.


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