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 Psychotherapie News  Juni 2000   Psychotherapie
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Kosten des Alkoholismus betragen jährlich 40 Milliarden Mark - 42.000 Alkohol-Tote pro Jahr

Bonn (20.06.2000) - Rund 1,6 Millionen Bundesbürger sind nach einer neuen Untersuchung des Bundesgesundheitsministeriums akut von Alkohol abhängig. Dies sind 2,4 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahren. Alkohol-Missbrauch liege aktuell bei 2,65 Millionen Menschen (vier Prozent der Bevölkerung) vor, berichtete das Ministerium am Montag in Bonn. Direkt oder indirekt in Verbindung mit Alkohol sterben in Deutschland jährlich rund 42.000 Menschen.

Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch Alkohol-Missbrauch entsteht, beläuft sich den Angaben zufolge auf etwa 40 Milliarden Mark jährlich. Rund zwei Millionen Kinder im Alter bis zu 18 Jahren müssten mit der Alkoholabhängigkeit eines oder beider Elternteile leben. Zudem sei Alkohol eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Christa Nickels (Grüne), warnte vor den großen gesundheitlichen und sozialen Risiken des Alkoholkonsums. "In jedem Fall ist es ratsam, möglichst wenig Alkohol zu trinken und mindestens ein bis zwei Mal wöchentlich einen alkoholfreien Tag einzulegen." In Gaststätten dürfe zumindest ein alkoholfreies Getränk nicht teurer sein als das preiswerteste Getränk mit Alkohol. Zumeist werde jedoch Bier am billigsten angeboten.

Nach dem Gutachten werden sieben Prozent aller Straftaten oder rund 238.000 pro Jahr in Deutschland unter Alkoholeinfluss begangen. Bei 60 Prozent der 150.000 Verurteilungen wegen Straftaten im Straßenverkehr spiele Trunkenheit eine Rolle. Etwa 1.500 Personen würden bei Unfällen mit Alkoholeinfluss getötet.

Arbeitsunfähigkeit und Invalidität wegen Alkoholabhängigkeit oder -psychose werde in etwa 92.000 Fällen pro Jahr festgestellt, berichtete das Ministerium. Zur Frührente komme es bei etwa 6.500 Fällen. In beiden Zahlen seien Fälle auf Grund anderer Krankheiten, die sich in Folge des Alkoholkonsums entwickeln, nicht enthalten.

Nur zwischen sieben und zwölf Prozent der Bundesbürger trinken nach der Untersuchung lebenslang keinen Alkohol, darunter mehr Frauen als Männer. Andererseits konsumierten aber zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung Alkohol in einer Größenordnung, die zwar nicht akut gefährlich sei, aber langfristig riskant.


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