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"Tag des Schlafes" am 21.06.2000: Schlafstörungen sind
auch bei Kindern ein ernst zu nehmendes Phänomen
Apolda
(20.06.2000) - Unter krankhaften Schlafstörungen leiden nicht nur
Erwachsene, sondern auch Kinder. Das plötzliche Aussetzen der
Atmung während des Nachtschlafs - das so genannte
Schlafapnoe-Syndrom - sei auch bei Kindern ein ernst zunehmendes
Phänomen, sagte Gerhard Zwacka, Chefarzt des Schlafmedizinischen
Zentrums im Robert-Koch-Krankenhaus Apolda in einem dpa-Gespräch.
"Solche Störungen können bereits bei Kindern zu körperlichen
Krankheiten und psychischen Beeinträchtigungen führen."
Das seit 1992 bestehende Apoldaer Zentrum behandelt jährlich etwa
500 schlafgestörte Kinder und 750 Erwachsene. Das
Schlafapnoe-Syndrom sei deshalb so tückisch, weil die plötzlichen
Atempausen ständige Weckreize auslösten, erklärte Zwacka.
"Betroffene Patienten kommen nicht in den Tiefschlaf, finden
durch den Schlaf also keine Erholung." Die ständige
"Atmungsarbeit" sei mit erhöhter Belastung von Herz und
Kreislauf verbunden.
Kinder reagieren nach Erfahrung des Thüringer Mediziners häufig
durch Verhaltensauffälligkeiten. "Typische Folgen sind
Hyperaktivität. Sie können sich nicht konzentrieren, sind
zappelig und voller Unrast", erläuterte Zwacka. Am Tage
seien diese Kinder dann oft erschöpft. Von erwachsenen
Schlaf-Patienten bekannte Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck
oder Kopfschmerzen seien auch bei Kindern zu finden.
Atemstörungen beim Nachtschlaf spielen nach Einschätzung des
Wissenschaftlers vermutlich auch beim plötzlichen Kindstod eine
Rolle. Der Schlaftod von Säuglingen ohne erkennbare körperliche
Ursache ist in der Bundesrepublik nach wie vor Todesursache Nummer
eins bei Kindern bis zum ersten Lebensjahr. Im Schlafmedizinischen
Zentrum Apolda werden Säuglinge spezifisch auf ein Risiko für
den plötzlichen Kindstod untersucht.
Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin
(DGSM) veranstaltet am Mittwoch, den 21. Juni, den "Tag des
Schlafes". Bei der Aufklärungsaktion soll über Schlafstörungen
und deren Folgen wie Arbeitsausfälle, Unfälle im Straßenverkehr
und Therapiemöglichkeiten informiert werden. Bundesweit öffnen
an diesem Tag 30 Schlafmedizinische Zentren.
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