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 Psychotherapie News  Juli 2000   Psychotherapie
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Streit um Honorar für Psychotherapeuten dauert an - Petitionsausschuss sieht "überragenden Schutz der Volksgesundheit" gefährdet

Berlin (05.07.2000) - Der Streit um mehr Geld für die 20.000 deutschen Psychotherapeuten dauert an. Bei einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestags blieb am Mittwoch in Berlin umstritten, ob die Vergütung der Psychotherapeuten aufgestockt werden muss. Auch die Forderung der FDP, dass Patienten künftig je Sitzung zehn Mark zuzahlen und so höhere Honorare für die Psychotherapeuten finanzieren, stieß auf Bedenken.

FDP und PDS fordern, die Vergütung der Psychotherapeuten rückwirkend für das Jahr 2000 anzuheben. Während die Krankenkassen dies ablehnten, begrüßten Vertreter der Psychotherapeuten die Vorstöße. Auch der Petitionsausschuss des Bundestags setzte sich für mehr Honorar ein.

Es bestehe "dringender Handlungsbedarf, um die Existenz der Psychotherapeuten zu sichern und eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit psychotherapeutischen Leistungen zu gewährleisten", warnte der Petitionsausschuss, eine Art Kummerbriefkasten des Parlaments für Bürger, am Mittwoch in Berlin. Wie der Pressedienst des Bundestags mitteilte, lagen dem Ausschuss insgesamt 3.000 Beschwerden vor. Nach Ansicht des Ausschusses bleibt das Gesamtbudget der Psychotherapeuten mit rund 1,2 Milliarden Mark weit hinter dem Bedarf zurück.

Umgerechnet belaufe sich der Umsatz je Praxis im Jahr 1999 rein rechnerisch auf 61.000 Mark. Das Budget sei nach Schätzungen bereits im dritten Quartal 1999 ausgeschöpft gewesen. Damit werde von den Psychotherapeuten verlangt, ihre Patienten umsonst zu behandeln. Dies verletze den Grundsatz angemessener Honorare und den "überragenden Schutz der Volksgesundheit". Das Gesundheitsministerium prüft laut Mitteilung derzeit die Kritik der Psychotherapeuten.

Die Krankenkassen machten dagegen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KÄVen), die das Honorar zwischen den Ärzten verteilen, für die Probleme verantwortlich. Nach ersten Schätzungen hätten die KÄVen den Psychotherapeuten 1999 etwa 300 Millionen Mark weniger gezahlt als 1998. Das Geld hätten sie zu Gunsten der übrigen Ärzte umverteilt. Statt die Kassen und ihre Versicherten zu belasten, müssten die KÄVen verpflichtet werden, den Psychotherapeuten 1999 mindestens so viel zu zahlen wie 1998, erklärten die Kassen.


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