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Psychotherapie
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Gewalt und Aggression in der Familie: Die Schwierigkeit eines Psychogramms der TäterFayetteville, Arkansas (02.08.2000) - Gewalttätige und aggressive Menschen auf Anhieb zu erkennen ist nicht einfach, weil die Ausbrüche oft unvorhersehbar und unvermittelt auftreten. Männer, die in ihrer Familie oder ihrer Beziehung gewalttätig sind, können drei verschiedenen psychologischen Profilen zugeordnet werden. Dies haben Psychologen vom Center for Research on Aggression and Violence (CRAV) von der University of Arkansas in Fayetteville herausgefunden.Jeffrey Lohr, Kevin Hamburger und ihre Kollegen haben 800 männliche, gerichtlich verurteilte Gewalttäter im Staat Wisconsin untersucht. Sie ließen die Männer verschiedene Fragebögen ausfüllen, darunter auch den Millon Clinical Multiaxial Inventory (MCMI), der entwickelt wurde, um verschiedene Charakterstörungen sowie Aggression und Depressionen aufzudecken. Das Hauptziel der Studie ist die Verbesserung der therapeutischen Behandlung. Die Auswertung ergab, dass es im Wesentlichen drei Typen von männlichen Gewalttätern in Partnerschaft und Familie gibt. Der erste Typus ist der psychopathische Mann. Unter Psychopathie verstehen die Autoren der Studie Persönlichkeitszüge, die durch Mangel an der Fähigkeit, sich in jemand anderen hineinzuversetzen, sowie durch eine geringe Impulskontrolle gekennzeichnet sind. Diese Männer sind bereits oft mit dem Gesetz in Konflikt geraten, neigen zu Alkohol- und Drogenmissbrauch und sind häufig in ihrer Kindheit das Opfer sexueller Gewalt geworden. Der zweite Typus weist keine hervorstechenden Persönlichkeitsstörungen auf. Doch er erscheint als "chronisch zornig und unglücklich. Er hat Probleme mit Drogen und Alkohol, ist aber kein Psychopath", wie Lohr erläutert. Dieser Typus hat oft ebenfalls ein längeres Strafregister; seine Gewalt richtet sich aber nicht nur gegen die Familie, sondern auch gegen andere Personen. Der dritte Typus ist für den Familienpsychologen am interessantesten. Er weist keine klar identifizierbaren Charakterstörungen auf, und seine Gewalttätigkeit ist auf den Familienkreis beschränkt. "Diese Menschen tendieren zu Depressionen und zum Unglücklichsein", sagt Lohr. Dies wirkt aber kaum nach außen. In ihren sonstigen Lebensbereichen wirken diese Männer normal. Was aber kann eine Frau tun, die eine Beziehung zu einem möglicherweise gewalttätigen Mann eingegangen ist oder dabei ist, eine solche Beziehung einzugehen? Lohr gibt hierzu folgenden radikalen Rat. "Ich wünschte, es gäbe einen Lackmus-Test, der die gewalttätigen von den nicht-gewalttätigen Männern trennt", sagt Lohr. "Aber so etwas gibt es nicht. Dennoch gibt es ein paar Alarmlampen. Versuchen Sie, eine klare Geschichte seiner Vergangenheit zu erhalten. Wenn es starke Hinweise auf Selbstbeherrschungsprobleme, Psychopathie, chronischen Zorn, Drogen- oder Alkoholmissbrauch gibt, rennen Sie weg und rennen Sie schnell weg." [Zitierweise dieses Beitrags: PSYCHOTHERAPIE, Bd. 1 (2000), Report: 02. August 2000] Zum Thema
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© 2000 PSYCHOTHERAPIE, Stuttgart PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753) erscheint im ABARIS Institut für Moderne Psychotherapie und Verhaltenstherapie, Stuttgart. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers. |
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